Innovationsförderung durch bessere Rahmenbedingungen für Startups

Wir befinden uns in einer Phase grundlegender technologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen, getrieben unter anderem durch die Digitale Transformation. Eine Veränderung kann man entweder aktiv gestalten oder aussitzen. Ersteres bietet die Chance von den neuen Möglichkeiten zu profitieren, letzteres führt mittelfristig immer zur Verschlechterung gegenüber dem Status Quo. Die Jungen Liberalen Hessen wollen daher die bevorstehenden Veränderungen aktiv mitgestalten. Startups bieten eine große Chance innovative, neue Ideen schnell in den Markt zu bringen und von den neuen Möglichkeiten zu profitieren.

Wir wollen Gründer unterstützen, damit innovative Ideen nicht in Forschungseinrichtungen und Hochschulen verstauben, sondern über Startups in den Markt eintreten.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Startup sind neben der innovativen Idee die fundierten Kenntnisse und Fähigkeiten zur Gründung und Führung eines Unternehmens, ein starkes Netzwerk für den Aufbau strategischer Partnerschaften, der Zugang zu Risikokapital vor allem aber das richtige Timing um rechtzeitig mit ihrer neuen Lösung in den Markt eintreten zu können. Daher wollen wir Gründer in allen Phasen der Entwicklung ihrer Startups unterstützen:

1. Nötiges Wissen und Fähigkeiten vermitteln – Dazu sollen erfolgreiche Gründer und Entscheider von Unternehmen und Beratungen für Seminare, Workshops und Vorlesungen in Forschungseinrichtungen und Hochschulen gewonnen werden. Ziel ist es Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern aller Fachrichtungen die nötigen Fähigkeiten und das nötige Wissen zu vermitteln um erfolgreich ein Startup zu gründen und zu führen. Als Nebeneffekt können zukünftige Gründer bereits erste wertvolle Kontakte knüpfen und sich ein Netzwerk für zukünftige Geldgeber und strategische Partner aufzubauen.

2. Unternehmensgründung im „one step shop“ – An den Standorten der Forschungseinrichtungen und Hochschulen werden Verwaltungs-„one step shops“ eingerichtet, in denen Gründer in einem Termin mit einem festen Ansprechpartner alle Behördengänge zur Anmeldung ihres Unternehmens bündeln können. Dadurch soll die bürokratische Hürde zur Unternehmensgründung deutlich herabgesetzt werden.

3. Agile Behörden – Behörden, wie zum Beispiel Ministerien, müssen sich stärker als Dienstleister für die Bürger verstehen und agiler handeln. Für Gründer bedeutet dies insbesondere, dass sie über einen zentralen Ansprechpartner, der Kontakte auf allen Ebenen herstellen kann, frühzeitig mit den Behörden in Dialog treten können um Anforderungen an die Gesetzgebung abzustimmen und Sondergenehmigungen zur Erprobung neuer Technologien (z.B. autonome Mobilität) zu erhalten. Damit können Produktentwicklung und Markteintritt signifikant beschleunigt werden.

4. Startup Offices – An den Standorten der Forschungseinrichtungen und Hochschulen sollen Startup Offices als shared office space zu Verfügung gestellt werden. Diese sollen idealerweise durch private Investoren aufgebaut werden. Das Land Hessen kann hier als Vermittler zur Herstellung der nötigen Kontakte unterstützen. Diese Startup Offices können auch als Nukleus für den Aufbau von Netzwerken zwischen Forschung und Wirtschaft diene und Finanzierung, so wie strategische Partnerschaften vorbereiten.

5. Neue Finanzierungsmodelle – Auf Bundesebene wollen wir uns dafür einsetzen, die Finanzierung von Startups mit Risikokapital zu diversifizieren. Dazu sollen neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine höhere Flexibilität, zum Beispiel mit Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital, bei der Risikofinanzierung ermöglicht. Dies kann zum Beispiel durch die Umgekehrte Wandelanleihe erfolgen, die als Eigenkapital zählt aber in eine Fremdkapitalanleihe gewandelt werden kann. Hierdurch erhalten Startups eine höhere Flexibilität in der Gründungsphase. Zu Beginn kann ein hohes Volumen an Eigenkapital akquiriert werden um flexibel zu investieren. Später können die Investoren über den Wandel in eine Anleihe leichter den Exit vollziehen.

6. Zweite Chancen gewähren – Zu vielen Lebensläufen erfolgreicher Gründer gehören auch Fehlschläge. Um zeitnah eine zweite Chance zu ermöglichen soll die Dauer von Insolvenzverfahren, von derzeit sechs Jahren, verkürzt werden. Dadurch werden Anreize geschaffen, sich auch nach einem Fehlschlag erneut zu engagieren.

7. Staatliche Förderung nur technologieneutral – Die Finanzierung von Startups ist keine Kernaufgabe des Landes Hessen. Das Land kann aber bei wichtigen Zukunftstechnologien, z.B. in Energie oder Mobilität, die Entwicklung durch Investitionen beschleunigen. Entscheidend ist aber, dass die Förderung technologieneutral und unter Einbindung von Entscheidern aus der Wirtschaft erfolgt, zum Beispiel über Wettbewerbe und Ausschreibungen nach amerikanischem Vorbild. So können Investitionen, insbesondere zur Skalierung neuer Technologien, ermöglicht werden.

8. Wettbewerbsverzerrende Direktinvestitionen einstellen – Staatliche Direktinvestitionen wirken wettbewerbsverzerrend und widersprechen der staatlichen Aufgabe. Vielmehr sollte der Staat als neutraler Schiedsrichter für Chancengleichheit sorgen.

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