Berufs- und Studienorientierung – Früher, Besser, Umfangreicher

Die Unterstützung bei der Berufs- und Studienorientierung an hessischen Schulen muss verbessert werden, um Schülerinnen und Schülern nach ihrem Schulabschluss einen guten Übergang ins Berufs und Studienleben zu ermöglichen. Aus diesem Grund soll der Berufs- und Studienorientierung in der Schulzeit eine größere Bedeutung zukommen.  Diese Neuaufstellung der Berufs- und Studienorientierung betrifft alle Schulformen gleichermaßen.

An Gymnasien soll die Berufs- und Studienorientierung im Rahmen des Politik- und Wirtschaftsunterrichts stattfinden. Hierfür ist eine weitere „Politik und Wirtschaft“- Schulstunde in der Stundentafel der entsprechenden Klassenstufe nötig. Diese Stunde würde vor dem Eintritt in die Oberstufe in der Stundentafel ergänzt werden. In dieser Stunde werden ausschließlich die Berufs- und Studienorientierung behandelt. Das hessische Kultusministerium hat einen konzeptionellen Rahmen für die Gestaltung der Berufs- und Studienorientierung zu erstellen, der in dem entsprechenden Lehrplan für das Fach Politik und Wirtschaft verankert wird.

An Haupt- und Realschulen soll eine umfassende Berufs- und Studienorientierung realisiert werden, indem der Rahmen des verpflichtenden Schulfachs „Arbeitslehre“ überarbeitet wird. Die betroffenen Lehrpläne werden an den entsprechenden Stellen angepasst und um die noch fehlenden Inhalte aus dem erwähnten konzeptionellen Rahmen für die ergänzende „Politik und Wirtschaft“- Schulstunde an Gymnasien erweitert.

Die betroffenen Lehrkräfte, die sich in diesem Bereich bisher nicht weitergebildet haben, sollen verpflichtende Weiterbildungskurse an den Hessischen Lehrkräfteakademien absolvieren, um hessenweite Qualitätsstandards zu ermöglichen. Um eine qualitative und abwechslungsreiche Unterstützung zu erreichen, soll mit Referenten aus verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet werden. Die Referenten können ehemalige Schüler, Unternehmensvertreter, Vertreter von Institutionen (z.B. Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände/ Industrie und Handelskammer) und Eltern mit einschlägiger Erfahrung sein. Das Land Hessen stellt die dafür notwendigen finanziellen Mittel über den Einzelplan 4 zur Verfügung.

Der konzeptionelle Rahmen soll folgende Themen beinhalten:

  • Analyse von persönlichen Stärken, Schwächen und Interessen
  • Überblick über Ausbildungswege – Studium, Ausbildung, Duales Studium
  • Überblick für Berufswege
  • Veränderung der Arbeitswelt mit Fokus auf Digitalisierung und Demographie
  • Bewerbungstraining
  • Praktikumsvor- und Nachbereitung

Die Lehrkräfte sollen bei der Unterrichtsgestaltung auf die Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler eingehen und diese entsprechend berücksichtigen.

Wir sprechen uns für eine Ausweitung der Pflichtpraktika an den Schulen aus. Gerade an den Gymnasien muss der Kontakt mit der Arbeitswelt erweitert werden. Deswegen wollen wir, dass in Zukunft an allen G8-Gymnasien mindestens zwei und allen G9-Gymnasien mindestens drei Praktika stattfinden müssen.

Um die Möglichkeit der Zusatzpraktika auch tatsächlich im Schulalltag nutzbar zu machen, wollen wir Lehrkräfte für die Betreuung dieser Praktika vergüten.

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